Das 3-Konten-Modell für Paare
Lesezeit ca. 4 MinutenWenn bei uns im Coaching Streit ums Geld zur Sprache kommt, geht es fast nie um zu wenig Einkommen. Es geht um fehlende Struktur — wer zahlt was, wer rechtfertigt sich wofür, wer hat am Monatsende das Gefühl, kürzer getreten zu sein. Ein einfaches Modell kann das schon zu einem großen Teil auflösen: drei Konten statt einem gemeinsamen Topf.
Warum ein gemeinsames Konto allein oft nicht reicht
Ein einziges gemeinsames Konto klingt erstmal nach dem einfachsten Weg. In der Praxis führt es aber häufig dazu, dass jede private Ausgabe — ein Kaffee unterwegs, ein neues Paar Schuhe — zur kleinen Verhandlung wird. Das nagt auf Dauer an der Beziehung, ganz unabhängig davon, wie viel Geld tatsächlich da ist.
Das Modell: Gemeinsam, Privat, Privat
Die Grundidee ist simpel. Es gibt drei Konten:
- Ein gemeinsames Konto für alles, was beide betrifft: Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Kita, gemeinsame Einkäufe.
- Ein privates Konto für Person A — frei verfügbar, ohne dass darüber Rechenschaft abgelegt werden muss.
- Ein privates Konto für Person B — nach demselben Prinzip.
Beide Personen überweisen monatlich einen festen Betrag auf das gemeinsame Konto. Der Rest des eigenen Einkommens bleibt komplett frei verfügbar — für Hobbys, Kleidung, spontane Wünsche, ganz ohne Diskussion.
Wie viel überweist wer?
Hier passiert der zweite häufige Fehler: eine starre 50/50-Aufteilung. Das wirkt auf den ersten Blick fair, wird es aber schnell nicht mehr, sobald ein Einkommen wegfällt oder sinkt — zum Beispiel durch Elternzeit. Fairer ist meist eine Aufteilung, die sich am jeweiligen Einkommensanteil orientiert: Wer 60 % des Haushaltseinkommens beiträgt, übernimmt auch rund 60 % der gemeinsamen Fixkosten.
Das ist keine feste Regel, sondern ein Ausgangspunkt für ein Gespräch — was sich für euch als Paar fair anfühlt, könnt und solltet ihr gemeinsam besprechen.
Der erste Schritt
Bevor ihr Konten eröffnet, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf eure aktuellen Einnahmen und Ausgaben. Erst wenn klar ist, was tatsächlich reinkommt und rausgeht, lässt sich eine Aufteilung finden, die auf Dauer trägt — nicht nur auf dem Papier.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Wissensvermittlung und ersetzt keine individuelle Beratung. Er stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar.
Finanzkompass Steigerwald